Masterarbeit in Kooperation mit REDNET.

Masterarbeit in Kooperation mit REDNET: Bedürfnisse von Lehrenden in medienpädagogischen Fortbildungen.

von Jan Steinborn

Tablets sind in den Schulen auf dem Vormarsch und dadurch gewinnt das Thema Fortbildung für Lehrkräfte eine ganz neue Bedeutung, müssen sie doch umfassend zu deren pädagogischen Einsatzmöglichkeiten geschult werden. Wie sich diese Fortbildungen noch passgenauer zuschneiden lassen, untersucht Jan Steinborn in Kooperation mit REDNET in seiner Masterarbeit. Über deren Fragestellung und Hintergrund berichtet er hier.

Der Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht wird seit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. März 2012 als „unverzichtbare Schlüsselkompetenz“ von höchster bildungspolitischer Stelle unterstützt. Als Student der Medienpädagogik kurz vor dem Abschluss bin ich selbst mit dem verstärkten Aufkommen der digitalen Medien groß geworden und interessiere ich mich dafür, wie die aktuellen Generationen der Lehrenden jeglicher Schulformen diese simpel klingende, jedoch in ihrer Komplexität nicht zu unterschätzende Anforderung umsetzen.

Wer ich bin.
Jan SteinbornZunächst möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Jan Steinborn, ich bin Student des Masterstudienganges „Lebenslanges Lernen und Medienbildung“ an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem mittelständischen Betrieb aus der Automobilbranche. Nach dem Zivildienst verlagerte sich ich mein Lebensmittelpunkt in meine Studienstadt Mainz und ich begann das Studium der Erziehungswissenschaft im Sommer 2011. Mit der Spezialisierung auf Erwachsene und ihrer Art zu lernen legte ich nach zwei Fachsemestern den Grundstein, die Verbindung zwischen beruflicher Ausbildung und Studium herzustellen. In meiner Bachelorarbeit befasste ich mich mit politischen Programmen zu Erwachsenenbildung im In- und Ausland. Ab dem Masterstudiengang verschob sich mein Fokus mehr und mehr auf die Medienbildung und auch den Einsatz von Medien im schulischen Unterricht – dies nicht zuletzt durch die Mitarbeit in der AG Medienpädagogik bei Prof. Dr. Stefan Aufenanger. Hier bekam ich interessante Einblicke in wissenschaftliche Projekte, zum Beispiel Begleitforschungen zum Thema „iPads im Unterricht“.

Zusammenarbeit mit REDNET.
Die Verbindung zu REDNET ergab sich über ein Praktikum in den Semesterferien, in dem ich die Arbeit in einem auf Behörden und Bildungseinrichtungen spezialisierten IT-Systemhaus und insbesondere auch in der Medienpädagogik kennenlernte. In der Zeit entstand auch die Idee, eine Zusammenarbeit für die Abschlussarbeit meines Studiums anzustreben. Ich möchte in diesem Rahmen gerne über meine Forschungstätigkeiten berichten, mein Projekt vorstellen und am Ende einige Ergebnisse präsentieren.

Das Vorgehen.
Grundlage meiner Überlegungen ist das sogenannte TPACK Modell, das sich mit Wissensarten von Lehrenden im schulischen Kontext beschäftigt. Es teilt das Wissen der Lehrenden in drei verschiedene Hauptkategorien auf, wie aus der folgenden Abbildung (1) ersichtlich wird.

TPACK Modell

Die drei wichtigen Wissensbereiche für Lehrende im Unterricht sind als Kreise dargestellt.

  • Content Knowledge steht für inhaltliches Wissen – beispielsweise für das Fachwissen eines Chemielehrers über Elemente, Moleküle und Co.

  • Pedagogical Knowledge steht für das methodische Wissen – wie und mit welchen Methoden kann ich Inhalte vermitteln?

  • Technological Knowledge steht für das Wissen über „Unterrichtstechnologien“ – von Tafel über Stift und Papier bis hin zu iPads, Office-Programmen und allen anderen denkbaren Medien.

Gerade im Bereich des technologischen Wissens (Technological Knowledge) ist im Moment eine immense Entwicklung zu spüren. Ständig wird der Markt um neue Geräte, kürzlich Tablets, und Programme erweitert oder bereits vorhandene werden über die Zeit weiterentwickelt. Dies ist genau ein Punkt, der in Fortbildungen im Rahmen der REDNET Akademie im Mittelpunkt steht: Wie gehe ich zielführend und reflektiert mit der neuen Technik um, um sie optimal in den Unterricht einzubringen?

Ziel der Masterarbeit.
Meine Forschung setzt dort an und stellt die Frage, über welches Wissen aktiv Lehrende verfügen und welche Bereiche noch stärker geschult werden können. Um dies herauszufinden, werden Daten unter den Lehrenden erhoben, die eine Auswertung des Ist-Zustandes hinsichtlich der Wissensformen auf Grundlage des TPACK Modells zulassen. Als Ergebnis werden Netzdiagramme ausgegeben, die wie folgt (2) aussehen können:

Netzdiagramm

Die Netzdiagramme können geclustert werden, in dem man verschiedene Gruppen auswertet. Beispielsweise kann man Lehrende aus berufsbildenden Schulen fokussieren oder diese noch weiter nach Alter, Geschlecht oder weiteren Merkmalen analysieren. In den Netzdiagrammen sieht man auf einen Blick, welche Fähigkeiten für den betreffenden Teil der Stichprobe wie weit ausgebildet sind. Hierüber lassen sich dann Rückschlüsse auf die Bedürfnisse der Lehrenden in Seminaren der REDNET schließen, was letztlich eine Qualitätssteigerung der Seminarangebote zur Folge hat.

Erste Ergebnisse finden Sie bald auf dieser Website.

 

Bildquellen: (1)  http://www.matt-koehler.com/tpack/wp-content/uploads/TPACK-new.png, Mishra und Köhler 2006; (2) Abbildung http://www.sciencetonic.de/200_dm_010_tpack.html